Medikamente

Durch das Absinken der Testosteronkonzentration kommt es zu einem Testosteronmangel im Blut und führt in weiterer Folge zum Testosteronmangelsyndrom (TMS), somit zu den Wechseljahren des Mannes. Symptome der Wechseljahre sind unter anderem Schwäche, Schweißausbrüche, Schlafstörungen, Erektionsstörungen, Gefühlsschwankungen, Müdigkeit und innere Unruhe. Ob der Testosteronspiegel im Blut zu niedrig ist, überprüft ein Urologe oder Androloge. Bei Männern fällt ab dem 40. Lebensjahr der Testosteronspiegel ab. Der Normwert liegt hierbei bei 3-12ng/ml im Blut. Somit kommt es bei 20% der Männer ab dem 50. Lebensjahr dazu, dass der Wert des Testosterons unter der Norm ist. Das heißt jedoch nicht, dass diese 20% krank sind oder sich einer Behandlung unterziehen müssen. Das Testosteron wird pulsartig ausgeschüttet und unterliegt Schwankungen, die von Faktoren wie Stress, körperliche Bewegung und Ernährung beeinflusst werden. Deswegen sollte eine Testosteronbestimmung im Blut in den Morgenstunden abgenommen werden, da der höchste Serumspiegel in den Morgenstunden zu verzeichnen ist. Sollte es zu mehrfach erniedrigten Blutwerten kommen und andere Diagnosen ausgeschlossen sind, liegen die Wechseljahre des Mannes vor. Wenn die Diagnose Wechseljahre gestellt wurde, kann eine Hormonersatztherapie mit Testosteron zur deutlichen Verbesserung der Lebensqualität führen.

Wechseljahre Mann Medikamente – Testosteronersatztherapie

Es stehen heutzutage mehrere Methoden zur Verfügung, um dem männlichen Körper Testosteron zuzuführen, wenn wie oben beschrieben, ein Testosteronmangel vorliegt bzw andere Ursachen ausgeschlossen sind und Gegenanzeigen (z.B. Prostatakarzinom) überprüft wurden. Hierzu zählen Cremes, Kapseln, Depots, Gels, Pflaster und Injektionen.
  1. Kapseln
Medikamente gegen die Wechseljahre des Mannes sind vielseitig

Medikamente gegen die Wechseljahre des Mannes sind vielseitig

Um einen gleichmäßigen Testosteronspiegel zu erreichen, sollten je nach Schwere des Testosteronmangels zwei- bis dreimal täglich die Kapseln eingenommen werden. Da das Testosteron in den Kapseln über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen und über die Leber schnell abgebaut wird, ist die Wirksamkeit eher als fraglich eingestuft, was sich als Nachteil erweist.
  1. Pflaster
Die gleichmäßige Freisetzung des Hormons geht über 24h. In den ersten 12 Stunden wird der Wirkstoff zu 60% und in den folgenden 12 Stunden zu 40% abgegeben. Geklebt wird das Pflaster direkt auf die Haut z.B. Rücken, Oberschenkel oder auf den Bauch. Hodenpflaster wurden aufgrund zu hoher Nebenwirkungen vom Markt genommen. Aufgrund von massiver Hautirritation als Nebenwirkung sind Testosteronpflaster nur mehr über die internationale Apotheke zu erwerben.
  1. Gel
Eine neuere Methode im Vergleich zu anderen ist die Testosterontherapie in Form von einem Gel. Hierzu wird einmal täglich, bestenfalls in den Morgenstunden um die Tagesrhythmik nachzuempfinden, das Gel im Bereich der Schultern, Innenseite der Oberschenkel, Rückseite der Waden und Oberarme aufgetragen. Hierbei fungiert die Haut als Reservoir für das Testosteron, das erst im Laufe der Zeit nach und nach ins Blut gelangt. Das Gel ruft im Vergleich zum Pflaster deutlich weniger Hautreaktionen als Nebenwirkung auf und gewährleistet einen gleichmäßigen Wirkspiegel im Normbereich.
  1. Kurzwirksame Injektionen
Die kurzwirksame Injektion ist eine Form der Testosteronsubstitution, die über den Facharzt aber auch vom Betroffenen selbst durchzuführen ist. Die Injektion erfolgt intramuskulär, was schmerzhaft sein kann. Ein Nachteil ist, dass diese Therapie alle 2-3 Wochen zu wiederholen ist. Außerdem steigt das Testosteron nach einer Injektion sehr schnell an und fällt bis zur nächsten Injektion wieder ab.
  1. Langwirksame Injektionen
Mit dieser Injektion kann ein 12-16 Wochen lang anhaltender gleichbleibender Testosteronspiegel erzielt werden. Es gibt keine genaue Wochenanzahl in dem die Injektion verabreicht wird. Der Facharzt kontrolliert die Testosteronwerte im Blut und bestimmt die nächste Gabe der Injektion.
  1. Depots
Bei Depots handelt es sich um Implantate, die Testosteron in kristalliner Form enthalten, die unter die Haut implantiert werden. Dieses Implantat kann bis zu 6 Monaten einen dauerhaft gleichen Testosteronspiegel erzielen, bevor es gewechselt werden muss. Dieses Implantat kann jedoch nur in England bezogen werden.

Wechseljahre Mann Medikamente – Nebenwirkungen der Testosteronersatztherapie

Bei einer Testosterontherapie ist es unumgänglich zuvor einen Hormonstatus durch einen Facharzt erheben zu lassen. Denn durch nicht erforderliches Behandeln können massive Nebenwirkungen, wie die verminderte Spermienqualität sowie die Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit zu Folge haben. Die Testosterontherapie kann  bei bestehendem Prostatakarzinom das Wachstum beschleunigen. Weiters stellt der Körper die eigene Testosteronproduktion bei erhöhter Testosterongabe ein. Weitere Risiken sind bekannt:
  • Leberschäden
Durch oral eingenommenes Testosteron besteht eine erhöhte Lebertoxizität, die jedoch durch Gels, Pflaster oder Spritzen minimiert wird.
  • Blutfette und Cholesterin
Die Gabe von Testosteron kann die Werte erhöhen, jedoch ist die Studienlage eher uneinheitlich.
  • Prostatakrebs
Die Studienlage ist derzeit noch uneinheitlich, jedoch heben sie hervor, dass Männer in den Wechseljahren ab 50-55 Jahren das Risiko erhöht ist, an Prostatakrebs unter laufender Testosteronersatztherapie zu erkranken.
  • Brustveränderung
Eine vergrößerte Brustdrüse ist durch die Therapie möglich.
  • Hautreaktion
Durch die Gabe des Testosterons mittels Pflaster kann es zu Hautreaktionen wie Juckreiz und Rötungen kommen. Weiters wurde von fettiger Haut und Akne berichtet. Es ist wichtig zusätzlich zur Hormonersatztherapie sich ausgewogen zu ernähren, Sport zu treiben, Stress und Alkohol zu reduzieren, sowie eine schonende Gewichtsabnahme, um das erwünschte Therapieziel mit der Testosteronersatztherapie zu erreichen und um die Wechseljahre des Mannes zu bekämpfen.